
KLEINE ULMER LUFTFAHRTGESCHICHTE
1783 Erste Ballonfahrten in Frankreich durch die Gebrüder Montgolfier mit einem Heißluftballon und Jacques Alexandre Charles mit einem Gasballon.
1784 Erster deutscher unbemannter Ballonaufstieg in Ottobeuren durch den aus Gosbach im Ulmer Territorium stammenden Benediktinerpater Ulrich Schiegg.
1785 Der erste unbemannte Ballonaufstieg in Ulm über den die Ulmer Chronik am 21.Juni berichtete fand beim Ulmer Schießhaus statt. Der mit 9 Meter Höhe und 6 Meter Breite große Ballon flog von Ulm bis in die Nähe von Laupheim.

1811 Das wichtigste Jahr in der Geschichte der Ulmer Luftfahrt: Am 31. Mai unternahm Albrecht Ludwig Berblinger, besser bekannt als Schneider von Ulm vor den Augen des Königs von Württemberg seinen leider erfolglosen Flug über die Donau. Am 12. Oktober kündigte der Mechanikus Bittorf für den 20. Oktober seine Luftreise in Ulm an. August und Constanze Bittorf waren ein aus Würzburg stammendes Ehepaar die bereits zu diesem Zeitpunkt ihre Luftreisen als Schausteller betrieben. Wenige Wochen vorher war Constanze Bittorf als erste Frau Deutschlands in Augsburg gestartet. Am 20. Oktober war es dann tatsächlich soweit. Das Ulmer Intelligenzblatt schrieb dazu: "Am 20. Oktober 1811 abends 5 Uhr fuhr Madame Bittorf mit einem aus Papier verfertigten Ballon unter lautem Beifall des Publikums in die Luft. Der Schauplatz dieses hier noch niemals gesehenen Spektakels war in der Friedrichsau. Als sich der Ballon erhob, ertönte Musik und die Zuschauer klatschten und riefen Beifall. Während der Fahrt schwenkte die Aeronautin eine rote und weiße Fahne. Sie erreichte in wenigen Minuten eine beträchtliche Höhe und fuhr der Stadt zu über die Donau in das Bayerische und ließ sich da ganz glücklich wieder zur Erde herab."

1872 Auguste Securius die berühmte Aeronautin, fährt mit dem Monteur Wachter von Ulmer Gaswerk über Ulm. Damit dürfte Wachter der erste Ulmer "Luftikus" sein.
1888 startet Dr. Wölfert aus Leipzig als erster, des mit einem Benzinmotor von Gottlieb Daimler (sogenannte Standuhr) ausgestatteten Luftschiffes, in der Friedrichsau.
1889 baut der Ulmer Schumacher Ludwig Rüb sein Luftschiff und fährt mit ihm am 2. Juni von Ulm über das Hochsträß und Erbach ins Blau und Aachtal bis Blaubeuren und Schelklingen. Er ereichte dabei eine Höhe von über 2000 Meter Höhe. Sein Luft
schiff hatte bereits die Form eines Zeppelins und war 21 Meter lang und hatte einen Durchmesser von 8 Meter. Den größten Erfolg hatte er beim Königsfest in Suttgart, wo er sich vor tausenden von Zuschauern eine Wettfahrt mit dem Schnellzug nach Waiblingen lieferte, die unentschieden endete.

1909 wird in Ulm der Oberschwäbische Verein für Luftschifffahrt gegründet. Am 16. Mai startet
der vereinseigene Ballon mit dem Namen "ULM" zu seiner Jungfernfahrt nach Gaildorf bei Schwäbisch Gmünd. Zahlreichen Tag und Nachtfahrten in den folgenden Jahren, führten in alle Himmelsrichtungen. Die weitesten Strecken die der Ballon zurücklegte, waren einen Fahrt bis nach Neuhof in Böhmen am 18. März 1910 mit 325 Kilometer Fahrtstrecke und eine Fahrt nach Wien am 31.Juli 1909. Diese Nachtfahrt endete nicht ganz ungefährlich am nächsten Morgen um 9 Uhr bei Wien. Bei starkem Wind prallte der Ballon auf die Erde und wurde 200 Meter heftig über den Boden geschleift. Als die Fahrer sich aus dem umgestürzten Korb befreit hatten, stellten sie fest, dass sich gottlob niemand ernsthaft verletzt hatte. Bis zum Ausbruch des ersten Weltkrieges brachte es der Ballon auf insgesamt 41 Fahrten mit über 5500 Kilometern. Bei Beginn des Krieges wurde der Ballon an die Heeresverwaltung übergeben. Der Verein erhielt zwar eine Entschädigung, doch die Inflation nach dem Krieg zerstörte dieses Vermögen und so wurde der Verein 1919 aufgelöst.

1911 Landung des ersten Motorflugzeugs in Ulm. Anlässlich des ersten Schwäbischen Überlandfluges, der von Esslingen nach Ulm und weiter nach Friedrichshafen führte, landete der Pilot Otto Lindpaintner am 7. September in der Friedrichsau. Die wagemutigen Schauflüge bewunderten über 80 000 atemlose Zuschauer. Mitveranstalter war der Oberschwäbische Verein für Luftschifffahrt in Ulm.
1912 Erste und einzige Landung eines Zeppelins in Ulm. Der Oberschwäbische Verein für Luftschifffahrt organisiert im Rahmen des Süddeutschen Rundfluges eine Fahrt des Zeppelins Viktoria Luise nach Ulm. Graf Zeppelin, der selbst an Bord war, wurde unmittelbar nach der Landung zum Ehrenbürger Ulms ernannt.

1928 Dem Neu Ulmer Herrmann Köhl gelang es als erstem mit seiner Junkers W33 am 12. April die Atlantiküberquerung in Ost-West Richtung.
1951 Spektakulärer Aufstieg des Schweizer Freiballon Mung im Stadion in der Friedrichsau. Der mächtige Ballon hatte einen Umfang von 25 Metern und fasste 2300 Kubikmeter Gas. Es war der erste Start eines Ballons nach dem Zweiten Weltkrieg in Ulm.
1980 Heinz und Franziska Reuscher aus Erbach leiten mit ihrer Ausbildung zu Ballonpiloten eine
Renaissance des Heißluftballonfahrens in Ulm und dem Alb Donau Kreis ein. Als Miglied der deutschen Heißluftballon-Nationalmanschaft nehmen sie erfolgreich an zahlreichen internationalen Wettbewerben teil und sind Inhaber mehrer deutscher Streckenrekorde. Zahlreiche weitere Ballonpiloten erhalten von ihnen ihre Ausbildung, darunter auch Karl Schwer, der 1993 seinen Luftfahrschein für Heißluftballone erwarb.

2001 Gründung des Ballonteam Schwer.
2009 Veranstaltung anlässlich des 100 jährigen Jubiläums des ersten Startes des Ballon "ULM" am 16. Mai im Innenhof der Ulmer Wilhelmsburg in Anwesenheit des Ulmer Oberbürgermeister Ivo Gönner.
